schließen
Unter klimapolitischer Sicht wird das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) weltweit als vorbildlich angesehen.
Des Weiteren gilt das EEG als Paradebeispiel für eine moderne und strategisch ausgerichtete Industriepolitik.
Die entscheidenden Hebel des EEG sind die Anschluss-, Abnahme- und Mindestvergütungspflicht
für Wind- und Solarstrom. Als Folge der hohen Planungssicherheit für Investoren erweist sich das Instrument
des EEG effizienter als der von vielen Ökonomen bevorzugte ausschließliche Handel mit Emissionsrechten.
Zwar schneiden Wind- und Solarstrom im kurzfristigen Kostenvergleich mit traditionellen Energiequellen noch
schlecht ab, aber langfristig sind sie die billigsten Energieträger. Wenn man die Folgekosten der CO2-Emissionen
mit einrechnet, sind sie bereits heute günstiger als fossile Energiequellen. Hinzu kommt, dass das EEG einen
wesentlichen Beitrag geliefert hat, damit Deutschland heute von seiner Vorreiterrolle auf dem Weltmarkt
für erneuerbare Energietechnologien profitiert.
schließen
Industriepolitik ist ein mehrdimensionaler Begriff. Unterschiedliche Politikfelder sind mit einer Vielzahl von
Ebenen verwoben. Darunter leidet die politische Steuerung. Hinzu kommt die Veränderung der Rahmenbedingungen
durch die Globalisierung. Sie erschwert die Gestaltung der Industriepolitik. Um die Koordination
effizienter zu machen, müssen die Steuerungsmechanismen Markt, Hierarchie und Netzwerke weiterentwickelt
werden. Funktionsfähige Märkte müssen gestaltet, die industriepolitische Kompetenz staatlicher
Institutionen verbessert und eine gezielte Netzwerksteuerung betrieben werden.
schließen
Der Ausbruch der Finanzmarktkrise führte zu Reaktionen,
die sich noch vor einem Jahr niemand hätte
vorstellen können: Banken müssen mit Milliardenbeträgen
gestützt werden. Selbst Verstaatlichung ist
kein Tabuthema mehr. Weitere Milliarden an Steuergeldern
werden aufgebracht, um im Zuge des weltweiten
Konjunktureinbruchs ganze Volkswirtschaften
vor dem Zusammenbruch zu retten. Die Finanzmarktund
Wirtschaftskrise steht am Ende einer langen Phase
der Liberalisierung der Finanzmärkte, in der vor
allem auf den freien Kapitalverkehr und deregulierte
Märkte vertraut wurde.
Allerdings zeigen die Ereignisse der letzten Monate,
dass die große Freiheit zu gefährlichen Fehlentwicklungen
geführt hat - mit dramatischen Folgen. Um
dies für die Zukunft zu verhindern, gilt es nun, tragfähige
Strukturen für eine Regulierung der Finanzmärkte
zu finden. Mehr Kontrolle durch den Staat ist gefragt.
Doch wie viel muss sein? Und wie viel Freiheit
braucht die Finanzbranche, um agieren zu können?
Karl Kauermann
|